San Gil – die Qual der Wahl

Tatsächlich haben wir uns schwer getan uns für eine der vielen Aktivitäten/Angebote zu entscheiden. Bei unserer Recherche haben wir festgestellt, dass wir den schönsten Teil der Schlucht chicamocha schon 2014 erwandert haben (Damals von Baricharra aus) was uns die Entscheidung erleichtert hat.
Wir haben uns also für einen Besuch der Wasserfälle San Juan Curi entschieden.
Unser Tag beginnt erstmal mit einem Einkauf fürs Frühstück auf dem lokalen Markt, ich liebe diese Märkte, und wo immer es die Möglichkeit gibt, möchte ich dort einkaufen

Haben lecker Obst und Gemüse eingekauft
Immer wieder toll… was es alles gibt und wie übersichtlich
Melonendepot

Von der Terasse unseres Hostels haben wir einen tolle Ausblick auf den Parque principal, hier ist Treffpunkt, man hält ein Schwätzchen, lässt sich die Schuhe putzen oder nascht eine Kleinigkeit… das pure Leben, hier ist immer was los… fast bin ich ein wenig neidisch, wenn ich mir überlege was bei uns Zuhause so auf dem Marktplatz los ist🤔

Überhaupt ist hier natürlich viel mehr los, nicht zu vergleichen mit dem beschaulichen Guadalupe
San Gil ist natürlich auch viel größer, auf unserem gestrigen Stadtspaziergang konnten wir uns einen guten Überblick beschaffen (hier sieht man den Park deutlich).
Wow so steile Straßen hab ich so noch nicht gesehen, das erklärt wohl auch die fehlenden Radfahrer 😂
Am Abend, wenn man vom Regen Treiben nicht abgelenkt wird, fällt einem erst auf wie schön die Häuser im Kolonialstil erhalten sind…schöne Stimmung

Aber nun zu unserem Ausflug 😅

mit dem Bus ca. 40 min entfernt von San Gil befinden sie die Cascadas de San Juan Curi. Wenn da richtig Wasser runter kommt sieht das sicher gewaltig aus, ich finde sie auch so schön.

Das ist nur der untere Teil, alles ging nicht aufs Bild, hier halten sich die Kolumbianer auf, zum Baden hat es uns nicht so eingeladen.
Das ist eine Aktivität, welche man buchen kann: Das Abseilen Am Wasserfall!

Wir sind noch den recht steilen Trampelpfad weiter nach oben zu der Stelle an der man sich Abseilen kann .

Von hier oben bekommt man einen Eindruck wie tief es da senkrecht runter geht… wir haben es auf mindestens 60 m geschätzt

Belohnt wurde unser Aufstieg mit dem Blick auf den oberen Teil des Wasserfalls, und vor allem waren wir plötzlich wieder ganz alleine hier und wieder hatten wir ein Pool ganz für uns 😄

So, das war’s von San Gil und Umgebung, es gibt auch hier viel zu entdecken, aber wir haben keine Zeit. Ich schreibe diesen Eintrag im Bus auf der 8stündigen Fahrt nach Bogota. um 19:00 geht unser Flieger mach Cali, dort treffen wir uns mit meiner Schwester und meiner Kusine Simone, die im Moment auch zu Besuch ist.

Die nächsten 10 Tage verbringen wir an der Pazifikküste.

Tschüss Guadalupe

Um 10:00 geht unser Jeep nach Oiba, und von dort nehmen wir einen Bus nach San Gil. San Gil liegt in der Nähe einer sehr imposanten Schlucht, die von Touristen sehr gut besucht ist. Also eigentlich das totale Gegenteil von Guadalupe, welches hauptsächlich am Wochenende von Kolumbianern besucht wird.
Hier gibt es ein große Angebot an Freizeitaktivitäten, alles was den abenteuerlichen Touristen erfreut. Tracking, Downhill, Paragliding, Raften und noch vieles mehr.
Das interessiert uns alles nicht so sehr, (haben auch gar nicht die Zeit mitgebracht) aber den Canyon wollen wir schon sehen. (gerne würde ich mit dem Gleitschirm über die Schlucht fliegen, aber ich glaub ich trau mich nicht)
Während wir auf den Jeep warten, nutze ich die Zeit um noch ein paar Moment aus dem Dorfleben festzuhalten.

Es wird viel gebaut und hergerichtet, Seit die Straße von Oiba nach Guadalupe keine Piste mehr ist, kommen auch immer mehr Touristen…man will vorbereitet sein und freut sich aufs Geschäft…
Noch sind die Guideangebote für das Umland dezent und schüchtern
aber das Wochenende naht und man kann schon eine gewisse Vorfreude wahrnehmen, richtig geschäftiges Treiben heute morgen 😆

Immer noch in Guadalupe – und total verzückt

Wir sind nun schon 3 Tage hier und ich denke damit haben wir die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der ausländischen Touristen (es gibt noch nicht viele) so ziemlich überschritten. Mittlerweile kennt man uns im Dorf, wir kochen selber in unserer Küche im Hostel, welches wir die meiste Zeit für uns alleine haben, und unsere Einkäufe tätigen wir immer in einem anderen Laden und so werden die Kontakte immer freundlicher. Kurz – wir fühlen uns hier sauwohl.

Da wir uns hier jetzt schon richtig heimisch fühlen 😉 ,muss ich doch nochmal ein wenig den ganzen Stolz der Gemeinde in Szene setzen – die Kirche!

Auf unserem heutigen Ausflug ist mir aufgefallen, dass man egal aus welcher Himmelsrichtung man kommt, immer einen Blick auf „nuestra signora de Guadalupe“ erhaschen kann, sobald man in die Nähe des Dörfchens kommt.

Ist auch echt schön gemacht, die Türen sind offen und so kann man nachmittags um 17:00 den Litaneien und Gesängen zuhören
noch im Dorf
wie wunderschön…

Aber wenn man das Örtchen tagsüber kennt, wie verschlafen und auch eher bescheiden es sich darstellt, ist es am Abend nicht wiederzuerkennen… aber immer noch verschlafen 🙂

Die Kolumbianer neigen zum Kitsch, das ist uns bekannt…
… ich setz noch eins drauf 🙂

Aber nun zu unserem Ausflug.
Der Tag war heiß, ich hatte den Vormittag gearbeitet und wir sind erst später los, um ein Naturschwimmbecken zu besuchen, welches von einem Wasserfall gespeist wird (es gibt echt viele Wasserfälle)
In der Annahme der Wasserfall befindet sich am Fluß Oberlauf sind wir dem Flußbett gefolgt und waren ganz entzückt, dass auch dieser Fluss in seinem Felsenbett natürliche kleine Pools ausgeschwemmt hat. Alles eine Nummer kleiner als bei las Gachas, aber dafür waren wir ganz alleine und konnten diese tolle Ambiente herrlich genießen.

So fasziniert bin ich von diesen Löchern, dass ich mich nun nicht entscheiden kann welches ich euch zeigen soll
kleine Löcher, die an Vulkankrater erinnern
große…



…und ein passendes für uns 🙂

Wir haben es uns gemütlich gemacht, gelesen und die großen Blattschneiderameisen beobachtet, die wirklich fasziniernd stark sind.

Tolles Schauspiel….wenn man Zeit hat😎

Natürlich haben wir auf dem Rückweg auch noch das Pool gefunden, weshalb wir uns eigentlich auf den Weg gemacht haben

Ist natürlich schon sehr schön, aber es ist eine richtige Badestelle mit Umkleidekabinen, Grill, etc. am Wochenende fallen hier die Familien ein und vorbei ist es mit der Idylle. Kolumbianer sind wie gesagt gesellig…

Morgen früh werden wir Guadalupe verlassen, aber ganz ehrlich, ich könnte auch noch bleiben.

Guadalupe und sein Umland

Heute haben wir uns zu einer 4 stündigen Wanderung zu den „tres cascadas“ (drei Wasserfälle) aufgemacht. Wir hatten keine genaue Vorstellung was uns erwarten würde, tatsächlich haben wir aber einen tollen Tag in einer faszinierenden Landschaft verbracht.
Es ist immer wieder erstaunlich, was man in so kurzer Zeit erleben kann.

Wie schon erwähnt, ist das Umland von Viehzucht bestimmt, und es gibt auch noch jede Menge echte caballeros. Das Pferd hat hier seinen Stellenwert noch nicht eingebüßt.
Ganz im Gegenteil, hier muss sich ein Jungpferd an den Sattel und an das Gehorchen gewöhnen

Es ist hier sehr ursprünglich, man hat das Gefühl hier ist noch alles im Gleichgewicht und der Fortschritt noch nicht ganz durchgedrungen.
Die nächsten vier Stunden begegneten wir keiner Menschenseele – sanfter Tourismus ganz groß

Der Weg führt uns über Weideland, aus der Ferne können wir unser Ziel erkennen…unten in der Schlucht befinden sich die Wasserfälle

immer weiter abwärts gehts…
…bis wir plötzlich in einem kleinen Dschungel stehen. Hier in der Schlucht ist ein komplett anderes Klima
las tres cascadas

Weiter führt uns ein Trampelpfad wieder leicht aufwärts, wir nehmen einen anderen Weg aus der Schlucht heraus und stehen plötzlich vor einer Felswand

ein toller Weg unter einem Felsen
führt uns zu einem weiteren Wasserfall, von dessen Existenz wir gar nichts wussten…

So haben wir wieder einen schönenTag verbracht und sind froh dass wir dieses nette Städtchen besucht haben, bevor auch hier der große Touristenboom startet.

Guadalupe: erfrischend natürlich und liebenswert

Guadalupe wurde 1717 gegründet und ist sehr hübsch in einer hügeligen, von Landwirtschaft und Viehzucht geprägter Landschaft gelegen. Mächtig wacht die Kirche Nuestra Senora de Guadalupe über die weiß/grün gestrichenen Häuser. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen des Department Santander.

Das ist im Moment unser Zuhause

Das Klima hier ist immer warm und so kann man zu jeder Jahreszeit die eigentliche Attraktion des Ortes genießen.
La Quebrada Las Gachas…ein Fluss der über eine Felsplatte fließt und bei dem sich über die Zeit natürliche Jacuzzis gebildet haben. Der Stein hat eine fantastische Färbung von rot über orange und die Löcher sind mit grünlichem Wasser gefüllt.
In den Sommermonaten kann es sein dass er austrocknet…wir hatten Glück, in der Nacht gab es ein kräftiges Gewitter und so waren die „Gumpen“ mit Wasser gefüllt.

Der Wasserstand ist niedrig, und der Fels war lange ausgetrocknet, so ist die Färbung nicht so intensiv, wir waren trotzdem beeindruckt

Die Kolumbianer sind ein geselliges und sehr offenes Völkchen, es ist immer wieder erfrischend, sich in ihrer Gesellschaft aufzuhalten.

Diese Familie spendete uns eine gut gekühlte Bierbüchse 🙂
Lustig geht es hier zu, mit Anlauf rutscht man über das glatte Gestein
Richtig tief sind die Löcher…
… und irgendwann haben wir dann auch unseres gefunden 🙂 angenehm temperiert, herrlich nach dem 1,5 stündigen Fußmarsch bei großer Hitze.

Ich muss sagen, unser erster Tag war sehr gechillt und nun sind wir angekommen.. mit dem ersten Sonnenbrand auf der Nase.

Angekommen :-)

Tatsächlich war die Anreise etwas langwierig, im Flieger sitzend hatte sich der Start wegen technischer Probleme (der Notausgang ließ sich wohl nicht öffnen) um eine Stunde verzögert 🙁

Die Migration in Kolumbien hat wohl auch mit der plötzlichen Attraktivität des Landes zu kämpfen, eine weiter Stunde dauerte es bis wir unseren Stempel hatten.

Wer einmal im Europapark war, erinnert sich wohl an die Absperrung, die einen in zahllosen Kurven dem Ziel näher bringt.
Fast geschafft

Wir haben das Glück in Bogota bei Vanessa und Diego (eingeheiratete Verwandtschaft) übernachten zu können, und sind gleich am nächsten Morgen zum Busterminal los, um nach weitern 6 Stunden unser endgültiges Ziel zu erreichen.
Wir hatten uns entschlossen den Weg, ca. 40 min, zu Fuß zurückzulegen, und ich habe gleich mal wieder ein paar Eindrücke gesammelt.

Unser Weg führt uns an einer großen Hautstrasse entlang, der Gestank ist fürchterlich, und wenn die Busse losfahren stoßen sie eine schwarze Feinstaubwolke aus.
Aber über das Radnetz kann man nicht meckern, es gibt sogar einen Kreisverkehr um reibungslos Kreuzungen passieren zu können….wenn da nicht die schlechte Luft wäre
Die Bleibe sieht eigentlich recht gemütlich aus…
Es wird so Einiges mit dem Bus transportiert
… und man wartet geduldig

Am späten Nachmittag haben wir unser Ziel erreicht.
Ein kleines unscheinbares Dorf nördlich von Bogota. Guadealupe ist ein kleiner Geheimtipp.

Lago Calima-Naherholungsgebiet der Calenãs

Etwas 1,5 Std nord-westlich entfernt Von Cali befindet sich der 1960 angelegte Stausee Calima, der wegen seines angenehmen Klimas ein beliebtes Ferienziel der überwiegend wohlhabenden Bewohner Calis und Umgebung ist.
Wir haben uns entschlossen die letzten drei Nächte vor unserer Abreise auch hier zu verbringen und haben eine nette Bleibe gefunden.

Unter der Woche sind wir hier ganz alleine…sozusagen ein Privatpool
… und eigener Cabaña + Stellplatz
Das dazugehörige Restaurant ist außergewöhnlich für Kolumbien…auch die Preise 😉

Wir genießen die Ruhe (vor dem Sturm)…aber irgendwie ist es uns dann doch wieder zu langweilig, deshalb laufen wir kurz mal zur Staumauer.

…und schauen uns das Elektrizitätswerk an. Dahinter beginnt der Dschungel, der sich bis zur Pazifikküste erstreckt (Buenaventura)

Aber so ein Tag ist ganz schön lange, und nur lesen ist auch nicht, also ab ins Auto und in das 10km entfernte Dorf Darién.
Ein ganz beschauliches typische Dorf mit einer Plaza Central, großer Kirche und gut funktionierender Infrastruktur. Auf unserm Rundgang haben wir sämtliche wichtigen Handwerker und Dienstleister gesehen, und überhaupt war ein sehr entspanntes und schönes Ambiente zu spüren.
Mittlerweile haben wir auch Hunger bekommen, und wo ißt man immer am Besten? – am Markt, bei den Köchinnen.

Für manch einen mag es etwas ungewöhnlich erscheinen, haben wir doch so ein tolles Restaurant bei unserer Unterkunft, aber uns zieht es irgendwie immer zum Leben im Dorf, da sieht man und erlebt auch was, und das Essen schmeckt echt super.
und hier wurden wir fürstlich bekocht und waren besondere Gäste, das war wirklich sehr nett da
Jugos Naturales – der Saftladen nebenan 😉
Hier fährt man Jeep, man beachte die Kühlerfiguren
Die Häuser sind hier sehr hübsch angemalt, erinnert mich an das Gebiet der Cafetero. Ich denke es gibt hier einen Wohlstand, der sich so ausdrückt.
Die Billardkneipe darf in keinem Dorf fehlen

Tag zwei gilt es auch noch zu gestalten. Also nach dem Frühstück Wanderschuhe an und irgendwie nach oben gehen, unser Ziel den See von oben anzuschauen.
Wanderwege in dem Sinn gibt es hier nicht, bei gefühlten 35grad bei Sonnenschein läuft hier irgendwie niemand einfach so rum.
Also gehts erstmal, ziemlich unmotiviert muss ich sagen, über Zäune und Wiesen durch Kuhweiden bis wir einen annehmbaren Trampelpfad erreicht haben.

Der Weg hat sich dann eigentlich doch noch ganz nett entwickelt, über Flüsschen und Wald haben wir einen echt schönen Aussichtspunkt erreicht…
Zeichen der Zivilisation sind deutlich zu erkennen 😉
hahaha…dann doch lieber gleich hintern Busch
Sieht auch nicht sehr frequentiert aus
Die Stimmung am See ist echt toll, sie ändert sich täglich mehrmals, Von der Pazifikküste ziehen am Nachmittag Wolken/Nebel auf und der Wind frischt deutlich auf

So das wars fürs Erste, morgen früh gehts nach Cali, dort nehmen wir den Flieger nach Bogota und dann gehts am Abend nach Hause 🙂

Das Andendorf Silvia im Gebiet der Guambianos

Das Dorf selber ist recht unscheinbar (ich möchte es fast als häßlich bezeichnen), der Grund warum es gerne besucht wird ist der wöchentliche Markttag, an dem aus einem großen Gebiet die Guambianos von ihren Finkas kommen und ihren Geschäften nachgehen. Die Guambianos sind Indios, die sehr traditionell gekleidet sind und es auch sonst mit ihrer Traditionen streng halten. In dem Gebiet leben ca. 20000 Indios, und früher war es auch so, dass eine Ehe mit nicht Guambianos unmöglich war. Das hatte zur Folge dass es auch Inzuchtprobleme gab. Heute können sie sich den Einflüssen der modernen Gesellschaft kaum mehr entziehen, und das Traditionelle vermischt sich mit der Moderne. Die Guambianos mögen nicht fotografiert werden, wir haben das respektiert und nur Bilder aus der Ferne oder von hinten.
Leider waren wir nicht am Marktag (Dienstag) da und haben den Ort eher verschlafen erlebt.
Aber wir waren auch da um die schöne Gegend zu genießen und haben uns am Nachmittag gleich aufgemacht.

Zufällig hatten die beiden Guambianos Frauen kurzzeitig den gleichen Weg
Unser Ziel war der „Lago de Margaritas“, unweit vom Dorf. seinen Namen verdankt er den vielen Margariten die auf den umliegenden Wiesen wachsen (hier wohl eher eine Seltenheit).
Hier mit kleiner Wildbiene 🙂

Es war schon spät als wir ins Dorf kamen, und so sind wir noch gemütlich eine Forelle essen gegangen, und das wars für diesen Tag.
Die Guambianos leben vom Ackerbau (sehr mühsam), Rinder- und Forellenzucht und verstehen sich auch auf schöne Handarbeiten aus Wolle.
Für den nächsten Tag war ein Ausritt geplant um die Gegend etwas genauer anzuschauen.

Caballera y caballero 😉

Vor ab, es hat uns großen Spass gemacht, und wir haben es sehr genossen. Allerdings konnte ich mir danach nicht mehr vorstellen wie wir es damals, den ganzen Tag, über Wochen, auf dem Pferderücken ausgehalten haben 🙂

Wir haben das Dorf verlassen und wollten in das Indioreservat reiten. Die Indios haben kein eigenes Dorf, sie wohnen verstreut über die Hänge und bearbeiten dort ihre Felder.
Da wir aus dem Heckengäu kommen, sind uns gleich die Hecken hier aufgefallen. aber im Gegensatz zu unseren Hecken die durch Steinhaufen entstanden sind, handelt es sich hier durch Zäune entstandene Hecken. Die Zaunpfähle sind aus frischen Ästen. Durch die fruchtbare Erde und genügend Regen treiben sie aus und so entstehen natürliche Begrenzungen.
wie in alten Zeiten…nicht ganz 😉
auf dem Rückweg war ganz schön was los auf der Piste
Den restlichen Sonntagnachmittag haben wir gechillt im Park verbracht und sind einfach nur dagewesen und haben die Stimmung genossen.

Schön wenn man einfach Zeit hat und sich nicht gehetzt fühlt.

Kurz mal in Popayan

Über Popayan „la Ciudad blanca“ habe ich auch schon mal berichtet, eine schöne Provinzhauptstadt, die wegen ihrer weiß getünchten Häuser im Kolonialstil ein Besuchermagnet ist. Wir müssen auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel sowieso durch, und haben nochmal einen Stopp eingelegt.

Ich wollte nicht schon wieder das Gleiche berichten, oder nur die schönen Fassaden fotografieren, ich würde euch gerne einmal zeigen, was man auf der Straße so alles kaufen kann. (eigentlich alles 😉 ) das hier ist nur eine kleine Auswahl. Oft sind die kleinen Stände so liebevoll hergerichtet und man muss genau hinschauen was es alles gibt.

Lecker Obst schön zubereitet
geröstete Kokosnuss in Panela, geröstete Nüsse
Fahrende Eisverkäufer
Socken und Regenschirme
hammerharte Handyhüllen… und nebenbei noch Medizin die gegen alles hilft
diese kleinen Stände sind ganz typisch, topp aufgeräumt und man bekommt alles in kleinen Mengen, auch einzelne Zigaretten, wenn man sich die Schachtel nicht leisten kann
und im Park sitzen die Schuhputzer, denn in Kolumbien gilt „Schuhe machen Leute“

Wieder einmal Coconuco – die heißen Quellen am Fuße des Vulcans Purace

Um San Agustin Richtung Cali wieder verlassen zu können, bleibt nichts anderes übrig, als wieder über das gleiche Paramo zurückzufahren.
Aber so schönes Wetter wie dieses Mal hatten wir noch nie, man hatte richtig schöne Sicht, sehr ungewöhnlich, liegt der Bergdschungel doch meist im Nebel.

Scheibenspritzwasser war aus 😉
Selten sieht man das Paramo so schön
Hier sieht die Piste eigentlich ganz prima aus 😉

Traditionell besuchen wir schon seit Jahrzehnten die heißen Bäder von Coconuco, so auch dieses Mal. Praktisch dass sie auf dem Weg liegen.

Am Besten badet man in der Nacht, da ist es schön kühl (wir befinden uns auf einer Höhe von 2700m), denn das Wasser ist so warm, das hält man fast nicht aus wenn auch noch die Sonne scheint. Unter der Woche kann man es ganz für sich haben, geöffnet hat es 24 stunden
Kleine Privatbecken 🙂 …ab und zu muss man sich dann mit Flusswasser abkühlen, ein herrlicher Saunaeffekt. Wir lieben diese Bäder, und tatsächlich hat sich in 30 Jahren nicht viel geändert

Wir haben uns hier mit meiner Schwester und ihrem Mann verabredet, sie sind nachts noch nachhause gefahren und haben Karsten mitgenommen, er muss leider schon die Heimreise antreten. Wir beide haben für zwei Nächte eine Hütte gemietet um am nächsten Tag noch ein wenig zu wandern, und nochmals eine Nacht zu baden.

Super tolles Wetter mit einer klasse Fernsicht hatten wir erwischt, und langsam haben wir uns vorbei an Finkas und Kuhweiden bis über 3000hm hochgearbeitet.

Die Gegend erinnert ein wenig an die Schweiz, saftige Kuhweiden gibt es hier und deshalb ist die Spezialität der Bauern hier auch der Käse (bisschen wie Feta schmeckt er)

Manchmal sitzen auch fünf drauf 🙂 Früher wurden die Wege alle mit dem Pferd zurückgelegt
Das ist so ein alter Pferdepfad, über die Jahrzehnte wurde er ausgewaschen und ist nun zu einem schönen schattigen Hohlweg geworden
hat uns recht gut gefallen die Tour 😉

Gegen später sind wir dann noch in den Ort Coconuco (die Bäder liegen außerhalb) und haben Forelle gegessen. Hier oben leben praktisch nur Indios, der Ort ist sehr schmucklos, dafür ist keine Zeit

Aber die Chivas (traditionelle Busse im Indiogebiet) sind dafür sehr farbenprächtig und mit allem beladen was die Indios in ihren weit verstreut liegenden Finkas alles so brauchen.